Was steckt in mir und Dir und Dir?
Preetz 2025 - Theodor-Heuß-Gemeinschaftsschule
Projektziel – Projektinhalt – Hintergrund
Auf dem Schulgelände der Theodor- Heuss- Gemeinschaftsschule in Preetz steht die Bronzefigur „Mädchen mit Reifen“ von Fritz During. Seit ihrer Plakettierung durch die Fritz- During- Stiftung ist das Gelände rund um die Skulptur verschönert und neu angelegt wurden. Die Skulptur dient nun als Identifikationsfigur für alle Schüler*innen und soll im Auftrag der Schule regelmäßig für künstlerische Projekte herangezogen werden. Es besteht eine hohe Anerkennung der Wirksamkeit kreativen Schaffens in Entwicklung von Kommunikationskompetenzen und sozialen Werten von Seiten des Kollegiums.
Im 6. Jahrgangs der Theodor- Heuss- Gemeinschaftsschule gibt es 5 verschiedene Profilklassen, für welche sich die Schüler*innen in Klasse 5 schon entscheiden. Das Projekt richtet sich an das Kreativ-Profil und das Sport-Profil.
Beide Klassen sollen sich in diesem Projekt endsprechend ihrer Neigung kreativ und sportiv betätigen und darüber miteinander in den Austausch kommen. Beide Klassen haben je 25 Schüler*innen.
Auch befinden sich in diesen beiden Gruppen Daz- Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit emotional- sozialem Förderbedarf. Zum einen soll der Zusammenhalt innerhalb der Klasse und darüber hinaus zur anderen Klasse mit Hilfe unseres Projektes gefördert werden. Zum anderen das kreative Denken, Toleranz und Demokratiebildung. Durch das Erfahren von Selbstwirksamkeit wollen wir Resilienzförderung in den Fokus stellen. Den Schüler*innen sollen ästhetische Erfahrungsräume eröffnet werden, die sie dann kreativ und eigenverantwortlich gestalten können. Damit stärken wir die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen und Ermöglichen das Entdecken neuer Sichtweisen.
Ziele und Inhalte:
In diesem Projekt soll mit Hilfe der bildenden Kunst und des Tanzes die Skulptur „Mädchen mit Reifen“ von allen Schülerinnen und Schülern der beiden 6. Klassen wahrgenommen, näher betrachtet und sich mit ihr künstlerisch auseinandergesetzt werden. Die Skulptur bietet den Ausgangspunkt, seine eigene kreative (oder) sportive Stärke auszuleben und weiterzuentwickeln, eigene künstlerische Ideen umzusetzen (im Tanz oder in der Malerei, vorab wählbar). Und diese auch mutig mit anderen zu teilen. Denn der erste eigene kreative Ausdruck dient den anderen als Vorlage für weitere künstlerische Umsetzungen: alle Teilnehmer*innen beider Gruppen sind Ideengeber und Rezipient zugleich. Innerhalb des Projektes gibt es viel Raum für gegenseitige Begegnung, Austausch und Inspiration: der Tanz inspiriert die Malerei und umgekehrt.
Nach drei Projekttagen sind verschiedenste selbst entwickelte Reifen- Choreographien entstanden und unterschiedliche Kunstwerke auf Leinwand haben die Schülerinnen und Schüler produziert. Es gab mehrere künstlerische Begegnungen zwischen Maler*innen und Tänzer*innen und damit einen intensiven Austausch innerhalb des kreativen Prozesses. Das Projekt findet seinen Abschluss in einer gemeinsamen performativen Präsentation aller Ergebnisse, bei schönem Wetter gern draußen auf dem Gelände neben der Skulptur.
Institution(en)
Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule, Preetz
Gruppengröße
Im Herbst 2025 sind die teilnehmenden Schüler*innen im 6. Jahrgang (ca. 11-13 Jahre alt); 2 Klassen mit je 25 Schüler*innen.
Altersstufe
Orientierungsstufe und Sek I
Rahmenbedingungen
Durchführung des Tanzworkshops mit Katja Grzam in der Sporthalle und draußen vor der Skulptur. Durchführung des Mal- und Zeichenworkshops mit Astrid Krömer im Kunstraum und draußen vor der Skulptur.
Zeitumfang (in den verschiedenen Phasen)
Drei volle Projekttage für alle tanzenden oder malenden Teilnehmer*innen.
Projektverlauf
Beide Künstler*innen gestalten parallel 3 Projekttage. Sie arbeiten getrennt mit einer Gruppe (es wurde gewählt). Während aller drei Tage gibt es mehrere Begegnungen der beiden Gruppen und einen künstlerischen Austausch. Die beiden unterschiedlichen künstlerischen Umsetzungen ergänzen und inspirieren sich.
Konkreterer Ablauf für den Tanz:
Die Tänzer*innen werden zunächst die Skulptur betrachten, berühren, erforschen. Sie gehen mit ihr in ersten Kontakt über verschiedenste einfache Bewegungsaufgaben.
Später in der Turnhalle: nach einem dynamischen Warm-Up entwickeln wir in unterschiedlichsten Improvisationsaufgaben und Bewegungsspielen tänzerisches Material. Immer steht der Reifen im Mittelpunkt der Arbeit. In aktiver Partizipation entwickeln die Tänzer*innen erste eigene Tanzformen - allein, im Duett oder in einer Gruppe. Später kommen die Maler*innen zu Besuch und benutzen unsere tänzerische Arbeit als Vorlage für die eigene bildnerische Umsetzung. Am Ende des ersten Tages besuchen wir die Maler*innen: Was ist dort bisher entstanden? Entdecken die Schüler*innen ihre eigens kreierten Körperformen wieder auf dem Blatt oder der Leinwand?
Am zweiten Tag wird weiteres choreographisches Material durch Katja Grzam angeboten und an den eigenen kleinen Tänzen wird weitergearbeitet. Auch besuchen wir wieder die Maler*innen: Bestaunen nicht nur das bisher Gemalte, sondern finden auch neue Formen / Farben / Interpretationen, die sich in neuer Form auf den Tanz auswirken. Was wird am Ende dabei herauskommen?
Der dritte Tag festigt die gefundenen Formen, bestärkt die Tänzer*innen in ihren eigenen Choreographien. Es wird geübt, verfeinert, geschliffen, so dass alle Tänzer*innen sich trauen, das selbst Entwickelte stolz und mutig zu präsentieren. Als Abschluss wird zusammen mit allen Maler*innen ein performatives Format gefunden und so eine gemeinsame Aufführung gestaltet.
Ablaufplanung für die Bildende Kunst:
Während die Tänzer*innen die Skulptur in/ durch Bewegung erfassen, bereiten wir im Klassenraum alles Notwendige vor. Wir grundieren ein großes weißes Blatt mit ausgewählten Farben. Während der Zeit des Trocknens untersuchen wir die Skulptur hinsichtlich der Proportionen, der Haltung, der Größe und des Ausdrucks, denn das Hauptthema in Fritz Durings Werken ist meist der Mensch.
Danach besuchen wir die Tänzer*innen in der Turnhalle. Wir schauen zu, wie sie den Reifen und den Körper im Raum bewegen lassen. Wir entdecken deren Körperskulpturen / neu gefundene Reifenformen. Die Tänzer*innen werden zum Abbild unserer Blindzeichnungen.
Im Klassenraum werden die Zeichnungen nun auf das größere, vorher bereits grundierte Papier übertragen. Dann wird ausgewählt, in welcher Größe und Anordnung wie viele Figuren auf der Leinwand entstehen. Wie können sie angeordnet werden – welche Raumformen können dadurch auf der Leinwand entstehen? Kann das Bild die Bewegung der Tänzer*innen wiedergeben? Kann ein bewegtes Bild entstehen?
Am zweiten und dritten Tag wird mit Temperafarben weitergearbeitet und durch weitere Stilmittel der Ausdruck der Figuren hervorgehoben und eine Räumlichkeit in das Bild gesetzt. Durch unterschiedliche Farbgebung und Perspektiven der Bilder sind viele verschiedene Arbeiten zum „Mädchen mit Reifen“ entstanden.
In beiden Gruppen findet auch der Fritz- During- Koffer Anwendung. Mit ihm wird das Leben des Künstlers und das Verfahren des Bronzegusses ausgiebig erfahrbar.
Projektabschluss / Dokumentation
Der individuelle Prozess einer jeden Gruppe wird durch Fotos dokumentiert. Die Abschlusspräsentation hat den Charakter einer spielerischen Interaktion beider Gruppen – eine performative Präsentation der Bilder und Tänze in einer Aufführung;
Videodokumentation der Aufführung;
Ausstellung der Bilder in den Fluren der Schule
Hauptansprechpartner
Katja Grzam, Tänzerin, Choreographin, Kulturvermittlerin
Weitere Mitwirkende
Miriam Klein, Kulturbeauftrage der Theodor- Heuss- Gemeinschaftsschule
Astrid Krömer, Bildende Künstlerin und Kulturvermittlerin
Verweise auf Begleitmaterialien
During- Koffer
Sponsoren/Kooperationspartner
Schule-trifft-Kultur Projektförderung
Fritz-During-Stiftung; Kreisarchiv Plön